Doktoren sagen: „Es ist an der Zeit den Fokus vom Kalorienzählen auf die Natürlichkeit der Lebensmittel zu legen“

natuerlichkeit-vs-kalorienzaehlen kalorienzählen natürlichkeit Doktoren sagen:"Es ist an der Zeit den Fokus vom Kalorienzählen auf die Natürlichkeit der Lebensmittel zu legen" nat rlichkeit vs kalorienz hlenSchon lange spreche ich davon, dass Kalorien zwar entscheidend sind, sie aber nicht gezählt werden müssen und das man anstatt dessen vielmehr auf die Natürlichkeit der Lebensmittel achten sollte, wenn man gesund leben und obendrein sein Wunschgewicht erreichen sowie nachhaltig halten möchte.

Nicht umsonst habe ich genau zu diesem Thema das Buch „Iss besser, nicht weniger“ geschrieben.

Mit einer natürlichen und vollwertigen Ernährung ist es im Normalfall nicht möglich sich fett zu futtern. Das liegt daran, dass eine solche Ernährung im Vergleich zur Masse gesehen wenig Kalorien enthält, dafür aber viele Vitalstoffe, wie: Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Ballaststoffe. Eine solche Ernährung sättigt besser und länger, lässt keine Insulinspitzen entstehen und der Körper wird mit lebenswichtigen Nährstoffen geflutet, die Höchstleistungen im Alltag ermöglichen.

Dabei werden dem Körper die Nährstoffe in der natürlichen Zusammensetzung und den richtigen Proportionen zugeführt.

In der Online-Fachzeitschrift „Open Heart“ unterstrichen die beiden Doktoren, Dr. Aseem Malhotra und Dr. James J Di Nicolantonio die oben gemachte Aussage über die Kalorien.

Unter der Überschrift „Es ist an der Zeit mit dem Zählen von Kalorien aufzuhören, und anstatt dessen Ernährungsveränderungen zu unterstützen, die nachhaltig und rapide die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität reduzieren.“ äußerten die Doktoren ihre Sichtweise.

Die Doktoren argumentierten, dass eher noch wie das Aufhören mit dem Rauchen, einfache Ernährungsveränderungen zu einer rapiden Veränderung des Gesundheitszustandes von vielen Menschen führen würden.

Eine große Anzahl von Beweisen zeigt, dass sich die cholesterinhaltigen Ablagerungen über mehrere Jahrzehnte unbemerkt aufbauen. Bereits bei Kindern, die übergewichtig sind, lassen sich arterielle Versteifungen nachweisen.

Die allgemeine Auffassung liegt darin, dass sich diese Ablagerungen, wenn überhaupt, nur langsam umkehren. Diese Auffassung ist laut den Doktoren falsch.

Umfangreiche empirische Versuche zeigten, dass bei Rauchern, die aufgehört haben zu rauchen, eine nachhaltige Reduktion der Mortalität (Sterberate) sichtbar wurde. Gleiche Beobachtungen gelten für die Veränderung von Ernährungsgewohnheiten. Die Reduktion und Veränderungen treffen auf beide Geschlechter und gesamte Bevölkerungen zu, so die Doktoren.

Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

fettreicher-fisch-herz-kreislauf-erkrankungen kalorienzählen natürlichkeit Doktoren sagen:"Es ist an der Zeit den Fokus vom Kalorienzählen auf die Natürlichkeit der Lebensmittel zu legen" fettreicher fisch herz kreislauf erkrankungenSo zeigte sich zum Beispiel, dass die Teilnehmer, die einen Herzinfarkt überlebten und daraufhin mehr fettreichen Fisch essen sollten, eine signifikante Reduktion (29%) der allgemeinen Sterblichkeit, im Vergleich zu Kontrollpatienten, aufwiesen.

Zu fettreichem Fisch zählen Sardellen, Heringe, Makrelen, Sardinen und Lachse. Beim Fisch ist zusätzlich anzumerken, dass du nicht nur bist was du isst, sondern auch was die Tiere essen, die du isst.

Probiere das in der kostenlosen Leseprobe enthaltende Rezept: Bio-Lachsfilet auf köstlichem Tomaten- Avocado Bett

Vor allem bei Lachsen aus Aquakulturen sollte darauf geachtet werden, da die Fische oftmals mit Soja, Mais oder Weizen gefüttert werden, wodurch es zu einer Verschiebung von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren kommt, da das Futter vermehrt Omega-6-Fettsäuren enthält. Der positive Effekt aus dem fettreichen Fisch kommt jedoch gerade durch die wertvollen Omega-3-Fettsäuren zustanden, weshalb stets ein Lachs aus Wildfang oder aus ökologischer Aquakultur bevorzugt werden sollte.

Weitere beeindruckende Ergebnisse sind bei Nüsse verschiedener Art festzustellen. Während der tägliche Konsum von zuckerhaltigen Getränken (150 Kalorien) mit einem signifikanten Anstieg vom Diabetes-Typ-2 Risiko verbunden wird, führt der Konsum von 30 Gramm Walnüsse (220 Kalorien), fünf Mal pro Woche, zu einem knapp 30% verringertem Diabetes-Typ-2 Risiko. Eine Harvard Studie zeigte auch, dass das Essen von Nüssen das Leben verlängert. Personen, die eine Hand voll Nüsse fünf Mal pro Woche essen, haben ein 29% geringeres Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, ein 17% geringeres Risiko an einer Lungenkrankheit oder Diabetes zu sterben und reduzieren ihre Krebsmortalität um 11%. 1

Personen, die regelmäßig zuckerhaltige Getränke konsumieren — also ein bis zwei Dosen oder mehr pro Tag — haben ein 26 Prozent höheres Risiko Diabetes Typ 2 zu entwickeln, verglichen mit denjenigen, die selten solche Getränke trinken. Für Jugendliche ist das Risiko noch höher. 2 3

Laut den Ergebnissen der Wissenschaftler ist eine mediterrane Ernährungsweise nach einem Herzinfarkt ein stärkeres Interventionswerkzeug für die Mortalität (Sterblichkeit) als Aspirin, Statine oder koronare Stents und das ohne einen Unterschied hinsichtlich dem Gesamt-Cholesterin, Triglyceriden oder HDL. 4

Verantwortlich für diesen Effekt sind die reichlich enthaltende alpha-Linolensäure, Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) und Omega-3-Fettsäuren, die im Gemüse, fettigen Fisch und Nüssen zu finden sind. Dies führt zu einem schnellen und positiven Gesundheitseffekt durch die Abschwächung von Entzündungen, Atherosklerose (Ablagerungen in den Arterien) und Thrombose (Bildung von Blutgerinnseln). Der Konsum von Transfetten hingegen, die vor allem in Fast Food, Backwaren etc. gefunden werden, führt zu einer Erhöhung der Entzündungswerte innerhalb von wenigen Wochen.

walnuesse-herz-kreislauf-erkrankungen kalorienzählen natürlichkeit Doktoren sagen:"Es ist an der Zeit den Fokus vom Kalorienzählen auf die Natürlichkeit der Lebensmittel zu legen" waln sse herz kreislauf erkrankungenSo wird geschätzt, dass alleine der wöchentliche Verzehr von zwei Händen voll Nüssen 90.000 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den USA verhindern könnte.

Ähnliche, wenn auch nicht so hohe Werte, sollten für den gesamten deutschsprachigen Raum gelten.

Des Weiteren betonten die Autoren, dass die alleinige Fokussierung aufs Gewicht ein Schlüsselergebnis vergisst. In Analysen zeigte sich, dass Ernährungsveränderungen große Reduktionen für das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewirken und das unabhängig vom Gewicht.

Welchen Nutzen hat also eine Diät, die zwar zu einer Reduktion des Gewichtes führt, aber weiterhin das Risiko von ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten fördert?

Weitergehend sind die Gewichtsreduktionen nur selten nachhaltig. Laut der Forschung der Doktoren generiert die Abnehmindustrie, die eine Kalorieneinschränkung über das Essen von guter Nahrung betont, alleine in den USA einen Umsatz von 58 Milliarden Dollar. Langzeit-follow-up-Studien zeigen jedoch, dass der Großteil der Abnehmwilligen ihr gesamtes Gewicht wieder zunimmt, welche sie während der Diät verloren haben, unabhängig davon, ob sie ihre Ernährung oder ihr Trainingsprogramm beibehalten haben.

Den Fokus vom Kalorienzählen zu entfernen und Ernährungsmuster zu unterstützen, die sich mehr auf die Nahrungsqualität als auf die Quantität beziehen, werden dabei helfen die Übergewichtssituation, damit verbundene Krankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.

Der Versuch „Aktion für Gesundheit in Diabetes“ zeigte, dass eine kalorienarme Diät zusätzlich mit vermehrter Bewegung bei Diabetes-Typ-2 Patienten zu keiner Reduktion der Sterberate führte und das trotz signifikantem Gewichtsverlust und einer Verfolgung von 13.5 Jahren, betonten sie.

Leinsamen und Gesundheit

leinsamen-gesundheit kalorienzählen natürlichkeit Doktoren sagen:"Es ist an der Zeit den Fokus vom Kalorienzählen auf die Natürlichkeit der Lebensmittel zu legen" leinsamen gesundheitEin weiteres gutes Beispiel ist die Wirkung von Leinsamen. Diese haben nicht nur die gleiche, wenn nicht sogar eine bessere Wirkung als Chia-Samen, sondern sind auch noch wesentlich günstiger.

In einer Studie über den Blutdruck wurde die Wirkung vom täglichen Konsum von Leinsamen untersucht. Leinsamen sind reich an Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffen und Liganen. In der Studie reduzierte sich der systolische als auch der diastolische Blutdruck bei Patienten mit Bluthochdruck und einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit innerhalb von sechs Monaten.

Auch die Häufigkeit von Schlaganfällen und Herzinfarkten halbierte sich in der Leinsamengruppe. Dabei kam es zu keinen signifikanten Gewichtsveränderungen.

Wie kannst du mehr Leinsamen in deinen Alltag integrieren?

Persönlich verwende ich geschrotete Leinsamen zum Backen, für mein morgendliches Müsli oder in selbstgemachten, gesunden Shakes.

Geschrotete Leinsamen sind normalen Leinsamen deshalb vorzuziehen, da beim Verzehr der geschroteten Variante die wertvollen Fettsäuren vom Körper besser verwertet werden können.

Hier ein legendäres Muffins Rezept mit geschroteten Leinsamen:

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind über die letzten Jahre hinweg kontinuierlich angestiegen. Die höchsten Krankheitskosten mit Ausgaben in Höhe von 37 Milliarden Euro jährlich verursachen in Deutschland Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Krankheitskosten von Diabetes belaufen sich auf jährlich 13,1 Milliarden Euro.

In ihrem Artikel schrieben die Doktoren, dass „unser anhaltendes, kollektives Versagen zu Handeln eine Option ist, die wir uns nicht leisten können.“

Das Thema Gesundheit betrifft also nicht nur uns selbst, sondern wirkt sich auch auf die finanzielle Gesundheit unseres Landes aus, was wiederrum uns selbst betrifft.

Weiter schreiben die Doktoren, dass „die Beweise zeigen, dass eine schlechte Ernährung konsequent für mehr Krankheiten und Todesfälle verantwortlich ist, als zu wenig Bewegung, rauchen und Alkohol zusammengenommen“.

Aus ihrer Sicht können diese globalen Probleme nicht mit Medikamenten behoben werden, sondern müssen auf politischer Ebene, indem eine gesunde Nahrungsauswahl einfacher gemacht wird, gelöst werden.

Die aus ihrer Sicht kraftvollste und effektivste politische Veränderung inkludiert eine Besteuerung von zuckerhaltigen Getränken und einer Subvention von gesunden Nahrungsmitteln wie Nüssen, Gemüse und Obst, um deren Erschwinglichkeit und Verfügbarkeit zu erhöhen, zusätzlich zu zu einer festeren Kontrolle für die Vermarktung von Junk-Food Produkten und klaren Kennzeichnungen der Verpackung.

Diese Veränderungen könnten aus ihrer Sicht zu einer rapiden Reduktion von Krankheiten und Krankenhausaufnahmen führen.

Interessant zu diesem Thema finde ich auch den folgenden Kommentar auf unserem Instagram Account (@foodoholic_magazin)

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Das Problem vom Kalorienzählen

Das Zählen von Kalorien ist per se nichts Schlechtes, führt jedoch beim Ratsuchenden, der sich mit einer gesunden Ernährung nicht weiter auskennt, zu Verwirrungen und oftmals einer falschen Lebensmittelauswahl.

Beim Zählen von Kalorien gibt es keinen Faktor, der über die Nahrungsqualität entscheidet, welche einen wichtigen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und die künftige Gesundheit hat. Es können eine ganze Reihe an ungesunden Produkten in den „Tagesbedarf“ geschmuggelt werden und anschließend geht der Ratsuchende auch noch davon aus, dass er sich auf einem guten Kurs befindet.

Die Kilos werden durch das Kaloriendefizit zwar purzeln, jedoch wird dies in der Regel zu keiner nachhaltigen Gewichtsabnahme führen. In 80-90 Prozent der Fälle wird der Ratsuchende die Kilos innerhalb der nächsten fünf Jahre wieder zugenommen haben.

Auch stellt sich die Frage wie sinnvoll eine Ernährungsweise ist, die zwar einerseits zu einer Reduktion des Gewichtes führt, aber im Gegenzug das Risiko von einer Reihe von ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten erhöht? Wäre es nicht sinnvoller eine Ernährung zu wählen, die bestmöglich Krankheiten im Alter präventiert, zu einer Verlängerung des Lebens führt und eine optimale Leistungsfähigkeit im Alltag ermöglicht?

Hier noch ein Beispiel: Der Abnehmwillige könnte sich beim Kalorienzählen für einen kleinen fettfreien Keks oder eine köstliche Tomaten-Linsensuppe entscheiden. Beide Varianten enthalten 80 Kalorien. Die Wirkung auf den Körper ist jedoch eine grundlegend verschiedene.

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Fazit

Hier kann ich vollständig mit den Doktoren übereinstimmen: „Es ist an der Zeit die Aufmerksamkeit vom Kalorienzählen zu nehmen und anstatt dessen eine gute Ernährung und Ernährungsveränderungen zu unterstützen, die rapide und nachhaltig die kardiovaskuläre Mortalität reduzieren. Die Beweise unterstützen die Aussage, dass „Nahrung die kraftvollste Form von Medizin oder die langsamste Form von Gift sein kann“.

Das empfehlen einer fettreichen Mittelmeer-Ernährung und einem entsprechenden Lebensstil könnte ein guter Start sein.“

Anzumerken ist noch, dass bei einer fettreichen Mittelmeer-Ernährung nicht nur gesunde Fette wie Nüsse, Oliven, Avocados, Fisch etc., sondern vor allem auch reichlich Gemüse und Obst im Mittelpunkt stehen.

Quellen:

  1. Ying Bao et. al. Association of Nut Consumption with Total and Cause-Specific Mortality. N Engl J Med 2013; 369:2001-2011. November 21, 2013. DOI: 10.1056/NEJMoa1307352
  2. Malik, V. S. et al. (2010). Sugar-Sweetened Beverages and Risk of Metabolic Syndrome and Type 2 Diabetes. Diabetes Care, 33, 2477–2483.
  3. Harvard School of Public Health. (2012). Fact Sheet: Sugary Drink Supersizing and the Obesity Epidemic. Harvard University. http://www.hsph.harvard.edu/wp-content/uploads/sites/30/2012/10/sugary-drinks-and-obesity-factsheet-june-2012-the-nutrition-source.pdf
  4. Quaas J. Mediterranean diet for secondary prevention after heart attack. The NNT, 17 Sept 2010.
Florian Kaminski

Autor und Gründer von Foodoholic. Spielt seit dem 4. Lebensjahr Badminton. Trainierte und lernte auf der erfolgreichsten Sport-Eliteschule Deutschlands und kurzzeitig am Olympiastützpunkt. 10-facher Berliner Meister, 8-facher Berliner Vize Meister, 4-facher Norddeutscher Meister, 3. Platz Deutsche Meisterschaft uvm. Studiert Inter. Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie. Ausbildung zum Gesundheitsberater in Planung. Ist beeindruckt vom Buddhismus und liebt das Kochen mit frischen und regionalen Produkten. Besitzt über 100+ fremdsprachige Ernährungs-, Philosophie- und Kochbücher. Hat in 12 Jahren Leistungssport von A-Z fast alles ausprobiert. Setzt auf eine vitalstoffreiche, vollwertige und auf Pflanzen basierte Ernährung. Liebt 92%-ige Schokolade und qualitativ hochwertiges Fleisch. Reduziert seinen Zuckerkonsum auf ein Minimum, setzt auf hochqualitative Fette, trinkt keine Milch und vermeidet Auszugsmehle und Fabrikfette.