Transfettsäuren, wie schädlich sind sie wirklich?

transfettsaeuren-herz transfettsäuren Transfettsäuren, wie schädlich sind sie wirklich? transfetts uren herzNoch immer sind künstliche Transfettsäuren in Deutschland erlaubt, obwohl sie als schlimmste aller Fette gelten.

In den USA schätzten Wisserschaftler der Harvard School of Public Health, aufgrund ihrer Wissenschaftlich gewonnen Erkentnisse, dass der Verbot von künstlichen Transfetten jährlich zwischen 72,000 bis 228,000 Menschen vor einem Herzinfarkt präventieren könnte.

In New York und Philadelphia ist die Zubereitung und Verwendung von Fetten mit künstliche Transfettsäuren seit 2015 verboten. Das gilt für Cafes, Konditoreien, Restaurants und Imbissbuden. Bis 2018 haben Unternehmen in den USA nun Zeit die Verwendung und Zubereitung von Fetten mit künstlichen Transfettsäuren einzustellen.

Künstliche beziehungsweise synthetisierte Transfettsäuren sind wie der böse Önkel der wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die zum Beispiel in Walnüsse, Leinsamen und auch Grünkohl vorkommen.

Was sind trans- Fettsäuren (TFS) überhaupt?

Chemisch gesehen sind TFS, ungesättigte Fettsäuren, also Fettsäuren mit einer oder mehreren Doppelbindungen, welche durch ihren Aufbau den gesättigten Fettsäuren ähnlich sind.

Entstehung & Vorkommen von TFS:

TFS entstehen in der Lebensmittelindustrie bei der Teilhärtung von pflanzlichen Ölen, bei der Raffination von Ölen, durch langes erhitzen von Ölen und beim Frittieren durch sehr hohe Temperaturen, auch beim Frittieren zu Hause.

Deshalb sind TFS in allen frittierten Lebensmitteln vor allem in Fast Food, im Fett ausgebackenem Gebäck wie Berliner, Donuts, Cracker, Keksen und in Blätterteig enthalten. Aber auch in Tütensuppen ist ein hoher Gehalt an TFS enthalten, hier dient das Fett als Trennmittel.

Ursprünglich kamen Transfettsäuren nur in tierischen Fetten vor. Erst durch die Möglichkeit pflanzliche Öle teilzuhärten wurde es möglich Transfettsäuren zu synthetisieren.

TFS entstehen normalerweise in den Pansen von Wiederkäuern (Kühe, Schafe, Ziegen) und sind so natürlicherweise in deren Milch, Milchprodukte, Käse, Butter und im Fleisch enthalten.

Untersuchungen des Bundesministeriums für Risikobewertung (BfR) in 2013, zeigten, dass der Großteil an TFS in Deutschland über Butter und tierische Fette (z.B. Schmalz), Fleisch, Milch, Pizza und frittierte Kartoffelprodukte aufgenommen wird. 1

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Empfehlung für die Zufuhr von trans- Fettsäuren:

Die nationalen Empfehlungen der DGE und D-A-C-H Referenzwerte für die Fettzufuhr decken sich mit den Internationalen der World Health Organisation (WHO) und der AHA (American Heart Association). 2 3 4

Trans- Fettsäuren sollten gemieden werden und maximal 1% der Gesamtenergie ausmachen.

Dies entspricht bei einem durchschnittlichen Energiebedarf von 2000 kcal/d einer Menge von 2,2g Trans-Fettsäuren.

Die WHO, wie auch viele Mediziner, gehen davon aus, dass ein Konsum von über 1 Energie% TFS unseren Körper schädigen kann.

Der Ernährungsbericht der DGE in 2012 zeigt, dass 10% der Deutschen 1-2 Energie% durch trans- Fettsäuren aufnehmen und so die Empfehlung für die maximale Zufuhr überschreiten.

Auswirkungen der trans- Fettsäuren auf unsere Gesundheit

Gesättigte und Trans-Fettsäuren erhöhen das Risiko an einer Fettstoffwechselstörung zu erkranken und wirken sich so negativ auf den Cholesterinspiegel aus.

Gesättigte Fettsäuren erhöhen das LDL-Cholesterin, welches oft als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet wird.

Außerdem beeinflussen sie das Verhältnis von Gesamt-Cholesterin zu LDL Cholesterin negativ.

Trans- Fettsäuren erhöhen ebenfalls den LDL- Cholesterin und senken zusätzlich das HDL- Cholesterin, das „gute Cholesterin“, welches eine gefäßschützende Wirkung hat.
Erhöhte LDL Werte wirken sich negativ auf das Herz-Kreislaufsystem aus und stellen ein hohes Risiko für Atherosklerose und deren Folgeerkrankungen wie periphere arterielle Verschlusskrankheit, Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall und Hypertonie dar.

Eine Studie der Wake Forest University School of Medicine zeigte, dass es bei identischer Energie- und Makronährstoffaufnahme, durch den erhöhten Verzehr von trans Fettsäuren, nicht nur zu einer Gewichtszunahme kommt, sondern auch zu einer Umverteilung des Fettgewebes. 5

Durch eine Ernährung, welche einen höheren Anteil an trans Fettsäuren enthielt, kam es zur Fetteinlagerung am Bauch (abdominelles Fett).

Dieses abdominelle Fett, umgangssprachlich auch unter der „Apfelform“ bekannt, stellt ein hohes metabolisches Risiko dar.

Fettstoffwechselstörungen sind neber der Hypertonie, Diabetes Mellitus und Übergewicht & Adipositas ein Bestandteil des metabolischen Syndroms, an welchem 25% der Bevölkerung leiden.

Kardiovaskuläre Erkrankungen (Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems) und deren Folgen sind weltweit die häufigste Todesursache.

Die WHO gibt an, dass mit einem gesunden Lebensstil: gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Nikotin, 80% der frühzeitigen kardiovaskulären Todesfälle verhindert werden könnten. 6

Fettstoffwechselstörungen sind neben Hypertonie, Diabetes Mellitus und Übergewicht & Adipositas ein Bestandteil des metabolischen Syndroms, an welchem 25% der Bevölkerung leiden.

Wie vermeiden wir Transfettsäuren?

  • Verzicht auf Lebensmitteln, bei welchen durch die Herstellung trans Fettsäuren entstehen oder teilgehärtete Fette verwendet werden (siehe oben)
  • Den Konsum von Fleisch stark einschränken, Fleischwaren aus ökologischer und regionaler Haltung bevorzugen
  • Anstatt Wurst & Käse pflanzliche Aufstriche verwenden oder Alternativ zur Brotmahlzeit einen Getreide- oder Hülsenfruchtsalat mit Gemüse, Nüssen, Samen& Saaten
  • Ungesüßte Pflanzliche Drinks auf Soja-, Hafer-, Dinkel-, Mandel-, Cashewbasis als Milchalternative verwenden
  • Bewusste Fettauswahl. Hochwertige, nicht raffinierte Öle verwenden: Rapsöl ( Alternativ: Leinöl, Sojaöl) ergänzt mit Olivenöl oder Sesamöl. Dosierung: 2EL/ Tag
  • Bevorzugte Fettquellen sollten Avocados, Nüsse, Oliven, Samen & Saaten sein . Diese kann man super in Salate integrieren oder ganz einfach zu leckeren Aufstrichen und Pestos verarbeiten
  • Fettarme Zubereitungen: dämpfen, dünsten, in Folie garen, backen, grillen, braten in einer beschichteten Pfanne oder unter Zugabe von wenig pflanzlichem, nicht raffinierten Öl

Deklaration & Grenzwerte von trans-Fettsäuren in Lebensmittel

Die EU-Lebensmittelverordnung (2014) besagt, dass Angaben zum TFS Gehalt nicht zulässig sind.

Gehärtete Fette und Öle müssen lediglich mit der Angabe „gehärtet“ oder „teilweise gehärtet“ gekennzeichnet werden.

Häufig findet man auf Verpackungen den Hinweis „enthält gehärtetes Fett“ oder „pflanzliches Fett, zum Teil gehärtet“.

Da nur teilweise gehärtete Fett TFS enthalten, kann diese Angabe uns Verbraucher als Orientierung dienen.

Zum genauen Gehalt der trans-Fettsäuren in dem jeweiligen Lebensmittel, gibt es noch keine Angaben.

Positiv zu vermerken ist, dass die deutsche Lebensmittelindustrie durch neue technologische Verfahren Margarine herstellt, die keine teilgehärtete Fette enthalten und so praktisch frei von trans- Fettsäuren sind. Das reduziert allerdings nicht die Nachteile von Margarine gegenüber Butter.

Margarine stellte bis vor einigen Jahren noch eine Hauptquelle für TFS dar.
Dänemark gilt als Voreiter und legte 2003 einen Grenzwert fest. TFS dürfen maximal 2% des Gesamtfettgehaltes in industriell hergestellten Lebensmitteln ausmachen.
Auch Österreich, Ungarn, Island, Norwegen und die Schweiz folgten und legten Obergrenzen fest.

Grenzwerte für trans-Fettsäuren gibt es bisher in der EU nur für Säuglingsnahrung (3%) und Olivenöl.

Im Jahr 2015 hat die Food and Drug Administration (FDA) in den USA, den TFS den GRAS-Status entzogen. (GRAS: generally recognised as safe)
TFS sind seither verboten und die Lebensmittelindustrie hat eine Übergangsfrist von 3 Jahren um die Rezepturen umzustellen.

Deutschland hingegen setzt auf „Selbstregulierungsmaßnahmen“. Seit 2012 existiert eine Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Lebensmittelindustrie, mit dem Ziel die TFS in den Lebensmitteln zu minimieren.

2013 kam das Bundesministerium für Risikobewertung (BfR) zum Schluss, dass die Höhe derderzeitigen trans-Fettsäurenaufnahme in Deutschland gesundheitlich unbedenklich ist.

Als Grundlage dienten die Daten der Nationalen Verzehrsstudie II aus dem Jahr 2008.
Das BfR argumentierte, dass lediglich 10% der Bevölkerung die Empfehlung für die maximale Zufuhr überschreiten würde.

Fazit:

Ich bin der Meinung, dass sich jeder von uns Gedanken darüber machen sollte, wie es sein kann, dass trans-Fettsäuren in den USA verboten sind und es in Deutschland weder Grenzwerte, noch eine Deklarationspflicht gibt.

  • TFS können das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken erhöhen
  • In Deutschland gibt es keine Grenzwerte & keine Kennzeichnungspflicht für TFS
  • Der Hinweis „enthält teilgehärtetes Fett“ kann uns Verbraucher als Hinweis dienen
  • Mit dem Wissen, wo Transfettsäuren überall enthalten sind, lassen sich diese wesentlich einfacher und bewusst umgehen

 

 

Quellen:

  1. Bundesministerium für Risikobewertung (BfR) Stellungnahme vom Juni 2013: “ Höhe der derzeitigen trans-Fettsäureaufnahme in Deutschland ist gesundheitlich unbedenklich“.
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Herausgerber des „Ernährungsbericht 2012“.
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Herausgeber „Evidenzbasierte Leitlinien: Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsbedingter Krankheiten“,  Bonn. 2. Version 2015.
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, Herausgeber: „D-A-C-H Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“. Bonn. 2. Auflage
  5. Wake Forest University Baptist Medical Center. (2006, June 19). Trans Fat Leads To Weight Gain Even On Same Total Calories, Animal Study Shows. ScienceDaily. Retrieved October 29, 2016
  6. World Health Organisation (WHO): „Preventing chronic disease. A vital investment“.
Anja

27 Jahre. Frühere Versicherungsmaklerin. 2013 hab ich mich neu orientiert und mit meiner Ausbildung zur Diätassistentin, an einer der bekanntesten Diätschulen Deutschlands, begonnen. Seit Oktober 2016 bin ich staatlich anerkannte Diätassistentin. Zwischenzeitlich war ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin in einer Einrichtung für sozial Schwache und Obdachlose tätig. Ich ernähre mich pflanzenbasiert und vollwertig, verzichte aus geschmacklichen Präverenzen auf Fleisch, esse jedoch gerne Fisch aus nachhaltigem Fang. Meine Schwächen sind Kaffee und Schokolade, außerdem liebe ich Zeit für mich, lesen, gute Gespräche, Yoga, Musik, Joggen und Krafttraining und genieße einfach jede Sekunde meines Lebens.